Der Teufel holt einen Küchenjungen

 

Auf dem Schlosse Ortenburg hielten einst die Edlen der Lausitz ein großes Zechgelage, auch die Dienerschaft bekam weidlich zu trinken. Da war auch ein Küchenjunge, ein ruchloser Kerl, Säufer und Flucher. Der rief im Rausche den Teufel an, er möge ihn doch holen, stampfte mit dem Fuße auf dem Boden und schimpfte auf den Teufel, dass er ein feiger Wicht sei und nicht einmal so viel Courage besäße, einen Küchenjungen zu holen.

 

Das muss denn doch dem Teufel zu arg gewesen sein. Er erschien in furchtbarer Gestalt, ergriff den Burschen beim Schopfe und fuhr mit ihm durch das auf den Schlosshof gehende Küchenfenster, über welchen er ihm den Schädel zerschmetterte, wovon die Blutspuren vor gar nicht zu langer Zeit noch sichtbar gewesen waren.

 

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